Aktuelles

Zum Tod von Rigoberth Falk

 

Unser Vorstandsmitglied Rigoberth Falk ist am 27. Mai 2020 für uns unerwartet im Alter von 82 Jahren verstorben. Als Gründungsmitglied gehörte er seit 2005 dem Vorstand unseres Fördervereins an. Die Teilnahme an der Vorstandssitzung vom 19. Mai 2020, die wir auf Grund der Corona-Pandemie als Telefonkonferenz durchführten, musste er wegen der Einlieferung ins Krankenhaus kurzfristig absagen. Aber die Nachrichten stimmten hoffnungsfroh.

Als Sohn eines Dotzheimer Schumachers 1938 geboren, gelang es ihm das Gymnasium zu besuchen und nach Studium und Ausbildung zum Grundschullehrer bald zum Konrektor der Joseph-von-Eichendorff-Schule und nach einem sechsjährigen Intermezzo als Schulsportreferent der Stadt Wiesbaden 1981 zum Rektor der Dudenschule in Sonneberg aufzusteigen. 1987 wechselte er als persönlicher Referent des Ministers in das Hessische Kultusministerium, wo er – dann als Referent in der Schulabteilung -, bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2002 verblieb.

Neben seinem sportlichen Engagement im Fußball und Volleyball (er war Gründungsvorsitzender des 1. Volleyballclubs Wiesbaden und Mitglied des Jugendbeirats des DFB) widmete er sich vor allem der Lokalgeschichte Dotzheims. Er war Mitglied des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und veröffentlichte in den "Nassauischen Annalen". Als Mitglied des Heimatvereins Dotzheim  schrieb er bis zuletzt Beiträge für die „Dotzheimer Kontakte“.

Wir waren froh einen Mitstreiter an unserer Seite zu wissen, der in der Lokalhistorie verwurzelt war und haben ihn als besonnen, klugen, bodenständigen und humorvollen Mitstreiter in unserem Vorstand erlebt.

So werden wir ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

15.3.2020

Veranstaltungen

Auf Grund der Corona-Pandemie finden derzeit noch keine Veranstaltungen im Stadtarchiv statt. Wir informieren Sie unter "Aktuelles" und hier, sobald sich dies ändert.

Vor 270 Jahren erreichte Eli Levi, Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde in Wiesbaden, dass die Mitglieder seiner Gemeinde ihre Verstorbenen nicht mehr auf dem Alten Friedhof im entfernten Wehen beisetzen müssen. Die Jüdische Gemeinde erhielt 1747 ein Stück Land „Auf dem Kuhberg“ – heute „Schöne Aussicht“ – als Begräbnisstätte. 1779 erfolgte die erste Erweiterung, 1850 die zweite.

Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem im 19. Jahrhundert wuchs das Wiesbadener Stadtgebiet schnell und es entstanden die Friedrichstraße, die Luisenstraße, die Rheinstraße bis hin zum heutigen Hauptbahnhof. Die Stadt dehnte sich ebenfalls, wenn auch deutlich langsamer, in Richtung Neroberg/Nerotal aus. Bisher hatte man den Bereich um die „Schöne Aussicht“ lediglich als Gerichtsstätte genutzt. 1816 wurde der letzte Galgen abgebrochen. Das Grundstück „Auf dem Kuhberg“ hatte man der Jüdischen Gemeinde ohne Bedenken abgetreten, lag es doch noch weit außerhalb der Stadt. Im 19. Jahrhundert war die „Schöne Aussicht“ vor allem bei wohlhabenden Wiesbadenern zum beliebten Baugebiet avanciert. Große Grundstücke ermöglichten freistehende, großzügig angelegte Villen und Gärten mit Blick auf das Stadtzentrum. Seit 1874 baten die Anlieger des jüdischen Friedhofs die Wiesbadener Stadtverwaltung in regelmäßigen Abständen darum, den Friedhof zu schließen und einen anderen, an einer aus ihrer Sicht passenderen Stelle anlegen zu lassen. Diesen Bitten gab die Stadt 1890 nach. Die Redaktion der Zeitung „Der Israelit“ stellte am 10. August des Jahres nüchtern fest, dass „in Folge der Erweiterung, welche die so mächtig emporblühende Stadt Wiesbaden auch nach dieser Seite hin genommen, der Friedhof längst von Villen und Landhäusern umgeben ist, so war es leicht vorauszusehen, dass die höchste Behörde dem Drängen der angrenzenden Bewohner nach Verlegung des Friedhofes Folge geben würde.“ Die Schließung des Friedhofs betraf allerdings nicht nur die Jüdische Gemeinde Wiesbaden, sondern auch die Gemeinden in Bierstadt, Erbenheim und Kloppenheim sowie Biebrich und Schierstein, die hier ebenfalls beigesetzt hatten.

Die Ausstellung mit dem Titel „Städtebauliche Entwicklung der ‚Schönen Aussicht‘ – 270 Jahre Jüdischer Friedhof“ gibt Einblicke in jüdische Begräbniskultur in Wiesbaden und zeigt gleichzeitig, wie sich die „Schöne Aussicht“ zu einer beliebten Wohngegend entwickelte, in der der Friedhof keinen Platz mehr hatte. An der „Schönen Aussicht“ entstanden im 19. und 20. Jahrhundert aufwändige und einzigartige Gebäude wie das Paulinenschlösschen und das von Marcel Breuer ganz im Stil des Neuen Bauens konzipierte Haus Harnischmacher I.

Dauer der Ausstellung: 25. Juni bis 12. August 2020

19.8.2020

Ausstellungseröffnung: 19.00 Uhr, Stadtarchiv (geplant)

Chinesische Impressionen einer Wiesbadenerin: Menschen, Räume & Zeiten, Peking, Shanghai & andere Orte. Fotografische Arbeiten von Maja Speranskij

Dauer der Ausstellung bis 04. Oktober 2020

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